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Über uns
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 23. August 2008 um 12:11 Uhr

Im Juni 2006 wurde von der Studentischen Arbeitsgruppe Raumfahrtechnik STAR an der Universität Stuttgart das Projekt "HyEnD - Hybrid Engine Development" ins Leben gerufen. Ziele von HyEnD sind Entwicklung, Bau und Test von Hybridraketentriebwerken sowie darauf basierender Raketen. Momentan entwickeln wir eine Höhenforschungsrakete im Rahmen des Programms STERN (Studentische Experimental-Raketen) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Start der endgültigen Version mit einer Zielhöhe von über 20 km wird von Kiruna in Nordschweden durchgeführt. Zuvor wird eine verkleinerte Version in Deutschland getestet. Die Triebwerkstests werden auf dem Gelände des DLR in Lampoldshausen durchgeführt.

Unser Team besteht aus Studierenden der Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Elektrotechnik an der Universität Stuttgart, die einen Teil ihrer Freizeit in dieses Projekt investieren. Interessierte, raumfahrtbegeisterte Studierende aus den genannten oder anderen Studiengängen können hier die Gelegenheit nutzen, neben dem Studium wertvolle praktische Erfahrung zu sammeln. Der Spaß am Entwickeln, Berechnen und Bauen von Raketen steht dabei im Vordergrund. Unsere Arbeit wird größtenteils im Rahmen des STERN-Programms vom DLR finanziert. Daneben werden wir auch immer wieder durch weitere Sponsoren tatkräftig unterstützt.

Um für den Start unserer Höhenforschungsrakete HEROS Erfahrung zu sammeln, arbeiten wir aktuell am Technologiedemonstrator MIRAS, der 2014 in Deutschland gestartet wird. Bei MIRAS handelt es sich um eine verkleinerte Version der HEROS Rakete. HEROS soll 2015/2016 mit einem Hybrid-Raketentriebwerk in Esrange bei Kiruna in Nordschweden eine Höhe von 20 km erreichen. Vor kurzem haben wir das dazugehörige HyRES Triebwerk mit bis zu 10000 N Schub getestet. MIRAS ist mit einem verkleinerten Triebwerk für eine entsprechend geringere Flughöhe ausgelegt. Alle Subsysteme werden dabei, soweit möglich, von uns Studierenden selbst entwickelt und integriert. Natürlich beschränkt sich dies nicht nur auf die reine Triebwerksentwicklung, beispielsweise müssen auch die Elektronik- und Bergungssysteme und das Ground Support Equipment gemeistert werden. Wie in der Industrie durchlaufen wir dabei verschiedene Projektphasen mit entsprechenden Reviews durch das DLR, die den Fortschritt und das Gelingen des Projekts sicherstellen sollen.

Interessierte Studenten, die neben dem manchmal theoretischen Studium an der Uni hier auch etwas praktisches erleben wollen, und von der Raumfahrt und Antrieben im speziellen begeistertet sind, dürfen sich gerne über das Kontaktformular melden.

Warum Hybridtriebwerke?

Bei Raketenantrieben gibt es zwei Hauptprinzipien: Feststofftriebwerke, die sich durch Einfachheit und gute Lagerbarkeit auszeichnen, sowie Flüssigtriebwerke, die besser kontrollierbar, leistungsfähiger und wiederzündbar sind. Hybridraketentriebwerke versuchen die Vorteile beider Prinzipien zu kombinieren, indem ein fester Treibstoff und ein flüssiger Oxidator verwendet werden. Durch ihre verhältnismäßige Einfachheit und hohe Sicherheit eignen sich Hybridtriebwerke besonders für akademische Ausbildungszwecke und – wie bei uns – für studentische Gruppen. Projekte wie dieses bieten Studierenden eine hervorragende Möglichkeit, schon während des Studiums ihr theoretisches Wissen bei der Entwicklung, Berechnung, Fertigung und Bedienung von echter Hardware anzuwenden.

Die bekannteste Anwendung von Hybridtriebwerken ist wahrscheinlich das Raumflugzeug SpaceShipTwo der amerikanischen Firma Scaled Composites. Diese plant damit bemannte suborbitale Flüge bis in etwa 100 Kilometer Höhe kommerziell anzubieten. Weitere mögliche Anwendungen sind beispielsweise der Antrieb von Höhenforschungsraketen.